{"id":2602,"date":"2026-04-22T17:15:55","date_gmt":"2026-04-22T15:15:55","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-bergedorf.de\/?p=2602"},"modified":"2026-04-22T17:15:55","modified_gmt":"2026-04-22T15:15:55","slug":"keine-alternative-zum-abschuss-wie-nutrias-sich-tiergerecht-und-kostenguenstig-begrenzen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-bergedorf.de\/index.php\/2026\/04\/22\/keine-alternative-zum-abschuss-wie-nutrias-sich-tiergerecht-und-kostenguenstig-begrenzen-lassen\/","title":{"rendered":"\u00a0Keine Alternative zum Abschuss? Wie Nutrias sich tiergerecht und kosteng\u00fcnstig begrenzen lassen"},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>Bergedorfs Gr\u00fcne fordern Sterilisationen statt Abschuss von Nutrias. Ihr Antrag zur tiergerechten Reduzierung der Nutria-Population wurde einstimmig auf dem <\/strong><\/em><em><strong>Landesparteitag angenommen&nbsp;<\/strong><\/em><em><strong><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Da sich die Nutria-Best\u00e4nde in einigen Regionen stark vermehrt haben, gelten sie in Deutschland seit 2017 als invasive Art. Die derzeitige Praxis der Reduzierung der Best\u00e4nde in vielen Regionen Deutschlands, auch in Hamburg, setzt auf Abschuss. Doch Studien zeigen ein klares Bild: Der Abschuss f\u00fchrt bei Nutrias nicht zu einer nachhaltigen Reduzierung der Population \u2013 im Gegenteil. Durch sogenannte kompensatorische Reproduktion steigen Geburtenraten in dezimierten Best\u00e4nden oft an. Das bedeutet: Wir investieren Ressourcen in Ma\u00dfnahmen, die ihr Ziel verfehlen oder sogar das Gegenteil bewirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem gegen\u00fcber steht die Sterilisation als nicht-letale Methode. Sie greift direkt in die Fortpflanzung ein und kann Populationen langfristig stabilisieren und reduzieren \u2013 ohne das Leid und die ethischen Konflikte, die mit der T\u00f6tung einhergehen. Auch wirtschaftlich lohnt sich ein genauerer Blick: Die Sterilisation eines Nutrias kostet im Schnitt etwa 10 Euro. Demgegen\u00fcber steht eine aktuelle Schwanzpr\u00e4mie von rund 14 Euro pro Tier. Hinzu kommen die Kosten f\u00fcr Tausende Euro teure Lebendfallen, die bereits angeschafft wurden \u2013 diese sind in der bisherigen Rechnung oft noch nicht einmal vollst\u00e4ndig ber\u00fccksichtigt. Wir geben also mehr Geld f\u00fcr eine ineffektive Ma\u00dfnahme aus, als f\u00fcr eine nachhaltige L\u00f6sung n\u00f6tig w\u00e4re.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dazu Vanessa Haloui von Looki e.V..<\/strong>&nbsp; Die Stationsleiterin der Wildtierstation betreut in ihren Gehegen verletzte Nutrias und hat bei den Gr\u00fcnen Bergedorf den Antrag zur tiergerechten Reduzierung der Population eingebracht: &#8222;\u00dcber Nutrias wird derzeit viel diskutiert, oft aufgrund falscher Annahmen. Es wird behauptet, dass Nutrias Deiche besch\u00e4digen und damit eine Gefahr f\u00fcr den Hochwasserschutz darstellen. Doch kommt ein Gutachten, das die Hamburger Naturschutzbeh\u00f6rde bei der Lewantana in Auftrag gegeben hat,&nbsp; zu einem anderen Ergebnis. Es gibt keinen einzigen nachgewiesenen Schaden an Hamburger Deichen durch Nutrias. Sie sind Tiere stehender oder ruhiger Gew\u00e4sser. In der Elbe kommen sie \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 nur in beruhigten Buchten vor. Die starke Str\u00f6mung, verst\u00e4rkt durch die Elbvertiefung, macht das Hauptfahrwasser f\u00fcr sie ungeeignet und sogar lebensgef\u00e4hrlich. Au\u00dferdem wird gern behauptet, Nutria h\u00e4tten keine nat\u00fcrlichen Feinde. Auch das h\u00e4lt einer sachlichen Betrachtung nicht stand. Jungtiere werden von Greifv\u00f6geln erbeutet und in Gew\u00e4ssern\u00e4he auch von Reihern. Selbst gr\u00f6\u00dfere Tiere k\u00f6nnen potenziell Beute von W\u00f6lfen und F\u00fcchsen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende bleibt eine grundlegende Frage:&nbsp;Wie gehen wir als Gesellschaft mit f\u00fchlenden Lebewesen um? Es gibt keine zwingende Grundlage f\u00fcr die T\u00f6tung dieser Tiere \u2013 weder \u00f6kologisch noch sicherheitspolitisch in Hamburg. Und wir sind ethisch und moralisch verpflichtet, Alternativen zu w\u00e4hlen. Genau das sieht auch das europ\u00e4ische Recht vor: Nicht-letale Ma\u00dfnahmen haben Vorrang. Die T\u00f6tung darf nur das letzte Mittel sein \u2013 nicht das erste. Sterilisation ist ein sinnvoller, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger und zukunftsorientierter Ansatz. Sie verbindet Wirksamkeit mit Verantwortung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der ausf\u00fchrliche Antrag der Gr\u00fcnen Bergedorf:<\/strong><a href=\"https:\/\/gruene-bergedorf.de\/index.php\/partei\/beschluesse\/bestand-von-nutrias-tiergerecht-reduzieren\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/gruene-bergedorf.de\/index.php\/partei\/beschluesse\/bestand-von-nutrias-tiergerecht-reduzieren<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bergedorfs Gr\u00fcne fordern Sterilisationen statt Abschuss von Nutrias. 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