{"id":2483,"date":"2026-03-21T10:47:22","date_gmt":"2026-03-21T09:47:22","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-bergedorf.de\/?page_id=2483"},"modified":"2026-03-21T10:47:23","modified_gmt":"2026-03-21T09:47:23","slug":"bestand-von-nutrias-tiergerecht-reduzieren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gruene-bergedorf.de\/index.php\/partei\/beschluesse\/bestand-von-nutrias-tiergerecht-reduzieren\/","title":{"rendered":"Bestand von Nutrias tiergerecht reduzieren!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sachverhalt<\/h2>\n\n\n\n<p>Antrag f\u00fcr die Gr\u00fcne Kreismitgliederversammlung am 19.3. 2026 &#8211; zur Einbringung<br>auf der n\u00e4chsten Landesmitgliederversammlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade im Bezirk Bergedorf gibt es im Umgang mit Wildtieren viel Erfahrungen und<br>ge\u00fcbte Praxis. Konflikte zwischen Mensch und Tier sind eine Seltenheit. Wo diese<br>zunehmen, beispielsweise bei der Ausbreitung des gesch\u00fctzten Bibers ist ein<br>Monitoring erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Invasive Arten stellen indes eine besondere Herausforderung f\u00fcr unsere Stadt<br>dar. Das betrifft aktuell insbesondere die sich stark vermehrenden Nutrias, was<br>durch eine mediale Berichterstattung flankiert wird, Diese aus S\u00fcdamerika zur<br>Fellnutzung eingebrachte Art lebt vorzugsweise in Sumpf- und Teichlandschaften<br>und findet etwa in den Vier- und Marschlanden gute Lebensbedingungen. Durch die<br>Tiere kommt es zu Grabungen. entlang verschiedener Hamburger Gew\u00e4sser, wobei<br>manche Baue offenbar zu Sch\u00e4den an den B\u00f6schungen der Beet- und Sielgr\u00e4ben<br>f\u00fchren. F\u00fcr den Menschen sind die Tiere allerdings ungef\u00e4hrlich, sie verhalten<br>sich nicht aggressiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wiederkehrendes Argument f\u00fcr eine Populationseind\u00e4mmung ist der Deichschutz.<br>Wenn Sch\u00e4den an Deichen entstehen sollten, ist das sehr ernst zu nehmen. Bisher<br>ist das in Hamburg aber nicht der Fall, wie eine aktuelle Anfrage in der<br>B\u00fcrgerschaft aufzeigt:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.buergerschaft-hh.de\/parldok\/dokument\/102339\/23_02721_bilanz_der_deichbeschauen_2024_und_2025_war_das_nutria_wieder_schuld#search=%22nutria%22%23navpanes=0\">https:\/\/www.buergerschaft-<br>hh.de\/parldok\/dokument\/102339\/23_02721_bilanz_der_deichbeschauen_2024_und_2025_w-<br>ar_das_nutria_wieder_schuld#search=%22nutria%22#navpanes=0<\/a>. Da der urspr\u00fcngliche<br>Lebensraum der Nutrias S\u00fcmpfe und Teiche mit reicher Vegetation an<br>Wasserpflanzen als Nahrungsquelle sind, erscheinen Sch\u00e4den an gro\u00dfen Fl\u00fcssen mit<br>einer gewissen Flie\u00dfgeschwindigkeit eher unwahrscheinlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Um der Eind\u00e4mmung der invasiven Art nachzukommen, wurden die Tiere bisher auf<br>freiwilliger Basis durch die J\u00e4gerschaft und Stadtj\u00e4ger*innen bejagt, was jedoch<br>zu keiner wirklichen Reduzierung des Bestandes gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auswirkungenen der Bejagung werden bisweilen durchaus kritisch gesehen. Es<br>liegt nahe, dass die Art ihre Vermehrung an der Reviergr\u00f6\u00dfe orientiert. Eine<br>Studie aus Italien (2020 ver\u00f6ffentlicht) zeigte, dass die Sterilisation zum<br>R\u00fcckgang der Nutria-Best\u00e4nde f\u00fchren konnte. Gleichzeitig zeigte sich, dass der<br>Abschuss von Elterntieren bestehende Familienverb\u00fcnde zersprengt und damit zu<br>einer Populationserh\u00f6hung gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Seitens des Deutschen Tierschutzbundes gibt es die Einsch\u00e4tzung, dass bei einer<br>Sterilisation (im Gegensatz zur Kastration) das Territorialverhalten der<br>m\u00e4nnlichen Tiere erhalten bleibt und dadurch die Zuwanderung minimiert wird bzw.<br>im besten Fall gar nicht mehr stattfindet und so die Population zur\u00fcckgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher fehlt es an einer langfristigen wissenschaftlichen Begleitung der<br>Sterilisation, um den Erfolg derartiger Ma\u00dfnahmen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben als Gr\u00fcne bereits in unserem Wahlprogramm zur B\u00fcrgerschaftswahl 2025<br>festgehalten: &#8222;Wir wollen ihren Bestand tierschutzkonform regulieren. Bisher<br>wurden in erster Linie jagdliche Ma\u00dfnahmen angewendet, die noch keinen messbaren<br>Effekt auf die Gr\u00f6\u00dfe des Nutria-Bestandes hatten. Deshalb wollen wir andere<br>Ma\u00dfnahmen wie die Sterilisation der Tiere pr\u00fcfen. Das weitere Vorgehen sollte<br>wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen und in enger Abstimmung mit der<br>Umweltbeh\u00f6rde erfolgen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Leider hat die Bejagung durch die Erh\u00f6hung der sogenannten Schwanzpr\u00e4mie und<br>Ausweitung der Jagdgebiete im Dezember 2025 noch zugenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das T\u00f6ten von Tieren bedarf eines vern\u00fcnftigen Grundes und darf nur ultima ratio<br>sein. Invasive Arten haben dabei gesetzlich keine geringere Stellung als andere<br>Tiere inne.<\/p>\n\n\n\n<p>In eingesetzten Fallen wurden nicht nur Nutrias, sondern auch Jungbiber<br>gefunden, so dass sich zudem die Frage nach Einhaltung von FFH- oder<br>Bundesnaturschutzgebieten stellt. Die Fallen k\u00f6nnen durchaus als St\u00f6rung der<br>gesch\u00fctzten Tiere, wie auch Fischotter, betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beschluss<\/h2>\n\n\n\n<p>Daher fordern wir anl\u00e4sslich der aktuellen Entwicklungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Forschung zu st\u00e4rken im Bereich invasiver Arten, damit faktenbasiert<br>\u00fcber Managementma\u00dfnahmen gem\u00e4\u00df EU-Verordnung 1143\/2014 entschieden wird.<br>Eine Datenlage muss wissenschaftliche Grundlagen schaffen, um einen<br>tierschutzgerechten Umgang mit den Tieren zu erm\u00f6glichen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es braucht ein Management gem\u00e4\u00df der EU-Verordnung 1143\/2014 f\u00fcr invasive<br>Arten. T\u00f6ten ist immer das letzte Mittel. Zuerst sind Ma\u00dfnahmen<br>durchzuf\u00fchren, die die Vermehrung auf andere Weise als T\u00f6tung eind\u00e4mmen:<br>statt T\u00f6tung an alternativen Mittel abzupr\u00fcfen ist: F\u00fctterungsverbote,<br>Umwandlung, \u00dcberkletterung. Ma\u00dfnahmen wie die Sterilisation der Tiere<br>m\u00fcssen gepr\u00fcft werden. Die Bejagung hat nicht zu einer merklichen<br>Reduktion der Best\u00e4nde gef\u00fchrt, hieran sollte nicht schlicht aus Prinzip<br>festgehalten werden. Das weitere Vorgehen sollte wissenschaftlichen<br>Erkenntnissen entsprechen, die tats\u00e4chliche Bestandsreduktion zum Ziel<br>haben und in enger Abstimmung mit der Umweltbeh\u00f6rde erfolgen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Da nach bisherigen Erkenntnissen das Zusammenleben von Nutria und Biber<br>friedlich und ohne Konkurrenz verl\u00e4uft, m\u00fcssen Ma\u00dfnahmen besonders in<br>Gebieten, in denen auch der streng gesch\u00fctzte Biber lebt, gemonitort<br>werden oder g\u00e4nzlich unterbleiben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Invasive Arten d\u00fcrfen von Wildtierstationen gem\u00e4\u00df EU-Verordnung 1143\/2014<br>nicht freigelassen werden. Damit die Wildtierstationen nicht \u00fcberf\u00fcllt<br>sind, w\u00e4re ist eine Ausnahmegenehmigung f\u00fcr die Auswilderung der invasiven<br>Arten (kastriert\/sterilisiert) in diesem Sonderfall sinnvoll. Die<br>zeugungsunf\u00e4higen Tiere w\u00fcrden dann den Lebensraum besetzen, was und<br>k\u00f6nnen so wirksam zu einem Populationsr\u00fcckgang f\u00fchrt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bewusstsein sch\u00e4rfen: Welche Verantwortung tragen Menschen eigentlich an<br>dieser Situation? Menschen haben die invasiven Arten eingebracht, da<br>m\u00fcssen wir auch vern\u00fcnftig mit umgehen. Die Bev\u00f6lkerung sollte umfassender<br>informiert werden, u.a. auch zur F\u00fctterung.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sachverhalt Antrag f\u00fcr die Gr\u00fcne Kreismitgliederversammlung am 19.3. 2026 &#8211; zur Einbringungauf der n\u00e4chsten Landesmitgliederversammlung. Gerade im Bezirk Bergedorf gibt es im Umgang mit Wildtieren viel Erfahrungen undge\u00fcbte Praxis. 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