Rückblick auf die Bezirksversammlung vom 30. April 2026

Liebe Freund*innen, liebe Interessierte,

die Aprilsitzung der Bezirksversammlung hat einmal mehr deutlich gemacht, wie viel es in Bergedorf zu tun gibt und wie wichtig es ist, ökologische Verantwortung konkret vor Ort einzufordern. Als GRÜNE Fraktion haben wir mit gleich mehreren Anfragen Themen gesetzt, die den Bezirk grüner, lebenswerter und gerechter machen sollen. Und nicht zuletzt ging es auch um ein grünes Herzensanliegen – eine offizielle Wildtierstation für Bergedorf. Hier unser Überblick 👇

🌿 Invasive Neophyten: Antwort mit Lücken

Kirschlorbeer, Sommerflieder, Japanisches Springkraut: Invasive Pflanzen breiten sich in Bergedorfs Grünanlagen aus. Auf unsere Große Anfrage antwortet das Bezirksamt: Bei Neupflanzungen werden keine invasiven Arten mehr verwendet, das Springkraut an den Neuallermöher Fleeten wird händisch bekämpft. Soweit, so gut.

Was fehlt: eine Bestandsübersicht, verbindliche Richtlinien und jede Form von Bürger*innen-Information. Der Kirschlorbeer am Rathaus bleibt aus „gestalterischen Gründen“. Ohne Systematik bleibt Artenschutz Stückwerk. Wir werden nachhaken.

🔗 https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009601

🚫🚗 Straßenbegleitgrün: Systematisches Versagen des Bezirksamts?

Grünstreifen werden zugeparkt, überfahren, dauerhaft zerstört. Das ist kein Einzelfall in Bergedorf, sondern ein Muster. Mit unserer Großen Anfrage wollen wir wissen, was das Bezirksamt dagegen eigentlich tut. Denn der Verdacht drängt sich auf: Zu wenig.

Wer auf der Lohbrügger Landstraße unterwegs ist, sieht es mit eigenen Augen. Die Schäden sind offensichtlich, die Wiederherstellung bleibt aus und auch die Polizei scheint beim illegalen Parken auf Grünflächen nur lückenhaft durchzugreifen. Ist das Gleichgültigkeit? Überlastung? Oder hat das Bezirksamt schlicht keine Strategie für den Schutz seiner eigenen Grünflächen?

Straßenbegleitgrün kühlt, schützt Böden und gehört der Allgemeinheit. Wir erwarten von der Verwaltung klare Antworten.

🔗 https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009586

🦋 Mahd in Bergedorf: Artenschutz bleibt auf der Strecke

Am Altengammer Hauptdeich wird fünfmal im Jahr gemäht, der erste Schnitt bereits im Mai, noch vor der Blüte. Auf unsere Frage, ob das nicht zulasten von Insekten und Artenvielfalt geht, verweist das Bezirksamt konsequent auf die Hamburgische Deichordnung. Die schreibt frühe und häufige Mahd für eine erosionsbeständige Rasennarbe vor. Verschieben? Nein. Seltener mähen? Nein. Altgrasstreifen stehenlassen? Nein.

Soweit die rechtliche Realität. Doch außerhalb der Deiche sieht es kaum besser aus. Naturschutzorientierte Mahd mit später Erstmahd und mosaikartiger Staffelung gibt es nur auf Naturcent-Flächen. Bei Grünanlagen und Straßenbegleitgrün stehen Nutzbarkeit und Verkehrssicherheit klar im Vordergrund. Pläne, das zu ändern? Keine.

🔗 https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009587

🚌 Neue Schulen, alte Lücken: Reicht der Bus zum Bille-Gymnasium?

Nach den Sommerferien 2026 öffnen zwei neue Schulen in Bergedorf: das Bille-Gymnasium an der Billwerder Straße mit 186 Erstanmeldungen und die Stadtteilschule Leuschnerstraße mit 109. Beide Schulen starten mit vollem Betrieb. Die Frage, ob der ÖPNV dafür gerüstet ist, haben wir rechtzeitig gestellt.
Am Bille-Gymnasium fahren die Linien 122, 221 und 321 im 20-Minuten-Takt, ergänzt durch die Schulbuslinie 222. Morgens gibt es aber nur eine einzige Fahrt ab Bahnhof Bergedorf Richtung Schule. Reicht das für Hunderte Schüler*innen? Wir wollen deshalb wissen, wie die Auslastung der Linien aktuell aussieht und welche zusätzlichen Kapazitäten geplant sind.

🔗 https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009612

🚲 Zustand der Radroute 2: Sicherheit und Barrierefreiheit jetzt angehen!

Die Radroute 2 zwischen Bahnhof Allermöhe und Mittlerem Landweg ist für viele Bergedorfer:innen unverzichtbar – doch ihr Zustand ist alarmierend. Nach Sperrungen durch Baumaßnahmen ist der Weg stark beschädigt und seit Mitte April 2026 erneut gesperrt. Besonders kritisch: Die steile Brücke westlich des Bahnhofs Allermöhe ist nicht barrierefrei und birgt Sicherheitsrisiken, wie ein Sturz einer Rollstuhlfahrerin zeigt.

Der Ausbau zur Radroute+ ist geplant, doch wann kommt die Umsetzung? Und wie wird die Barrierefreiheit sichergestellt? Wir fordern schnelle Lösungen für sichere und zugängliche Wege für alle.

🔗 https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009613

👩‍🦯‍➡️🏙️ Mehr Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen aber mit echter Teilhabe!

Die SPD hat mit ihrem Antrag zur Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen im Bezirk Bergedorf ein wichtiges Thema aufgegriffen. Die Forderung nach normgerechten, kontrastreichen Leitstreifen und einer Bestandsaufnahme an zentralen Orten ist richtig und notwendig. Doch hier zeigt sich einmal mehr: Die Bezirksamtsleitung lässt bei der Umsetzung von Barrierefreiheit zu oft Zeit vergehen.

Schon in 2024 haben wir GRÜNE einen Antrag zur Barrierefreiheit der Bergedorfer Innenstadt eingebracht doch bis heute gibt es keinen neuen Sachstand. Das ist nicht akzeptabel. Besonders kritisch ist, dass der neugegründete Inklusionsbeirat erneut nicht richtig einbezogen wurde. Unser Abgeordneter Fabio Detmer, Mitglied im Ausschuss für Soziales, Integration und Gesundheit, hat dies klar angesprochen: Der Inklusionsbeirat darf nicht nur als Alibi dienen, um die Wünsche einzelner Parteien abzunicken. Echte Teilhabe bedeutet, dass er in allen Gremien mitarbeiten und Gestaltungsmacht haben muss.

Trotz dieser Kritik haben wir nach Rücksprache mit dem Inklusionsbeirat dem SPD Antrag zugestimmt damit es in Bergedorf endlich vorangeht. Doch klar ist: Barrierefreiheit braucht mehr als gute Absichten. Sie braucht verbindliche Umsetzung und echte Mitbestimmung der Betroffenen.

🦔💚 LOOKI e.V.: Tierschutz als gemeinsame Verantwortung für Bergedorf

Seit 2010 setzt sich LOOKI e.V. in Bergedorf mit viel Engagement für verletzte und verwaiste Wildtiere ein, vor allem für Igel und Eichhörnchen. Doch die Arbeit finanziert sich bisher nur durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Dabei übernimmt der Verein eine Aufgabe, die eigentlich die Stadt tragen müsste: die Versorgung heimischer Wildtiere. Die nächstgelegene Auffangstation liegt 30 km entfernt in Schleswig Holstein, ein umständliches und tierunfreundliches Prozedere, das Zeit und Geld kostet.

Unser Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher Nils Potthast machte die Gründe für die vielen Wildtierunfälle in Hamburg klar: Straßen zerschneiden Lebensräume, Versiegelung engt sie ein und der Klimawandel macht Tiere anfälliger. LOOKI e.V. managt nicht nur die Folgen, sondern zeigt auch, wo wir als Stadt handeln müssen: mit mehr blau-grüner Infrastruktur und einer Planung, die Tierbedürfnisse von Anfang an berücksicht, wie im neuen Stadtteil Oberbillwerder bereits umgesetzt.

Daher fordern wir: Hamburg braucht ein ganzheitliches Konzept für Wildtierauffangstationen und eine dauerhafte Förderung für LOOKI e.V. Denn Tierschutz ist keine Parteifrage, sondern eine gemeinsame Verantwortung. Der Antrag wurde von der Bezirksversammlung einstimmig beschlossen.

🔗 https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009596

Eure GRÜNE Fraktion Bergedorf 💚

👉 Weitere Informationen zu der Sitzung vom 30.04.2026 findet ihr im Informationssystem der Bezirksversammlung Bergedorf unter: https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/to010.asp?SILFDNR=1003342

Vollständige Tankfüllung versi…