Liebe Freund*innen, liebe Interessierte,
am Mittwoch, dem 16. September 2026, tagte der Fachausschuss für Umwelt und Klimaschutz im Großen Sitzungssaal des Bezirksamts Bergedorf. Auf der Tagesordnung standen unter anderem der Sachstand zur Nutria-Population, die neuen Planungen am Schleusengraben und der aktuelle Stand zum Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept für unseren Bezirk.
Sachstandsbericht Nutria: Zahlen schaffen Klarheit
Die BUKEA hat einen aufschlussreichen Sachstandsbericht zur Nutria-Population vorgelegt, gestützt auf Zahlen aus dem laufenden Monitoring. Besonders wichtig war die Aussage der Behörde, dass die Bejagung immer wieder neu überdacht werden muss, um die entstandenen Schäden auf ein wirtschaftlich verträgliches Maß zu reduzieren.
Wir sind der Meinung, dass die alleinige Bejagung langfristig keinen nachhaltigen Effekt haben wird und setzen uns daher weiterhin für zusätzliche Maßnahmen für ein nachhaltiges und tierschutzgerechtes Populationsmanagement ein.
Ein Blick auf die Zahlen der vergangenen zwölf Monate zeigt, warum eine differenzierte Betrachtung nötig ist. Von rund 100 Meldungen waren nur etwa 30 bis 40 tatsächliche Schadensmeldungen. Auf unsere Nachfrage bestätigten die Vertreter der Behörde außerdem, dass keine Erkenntnisse über Schäden an Deichen vorliegen.
Wer selbst Nutrias oder andere invasive Arten entdeckt, kann das ganz einfach über das Fundmeldeportal von Neobiota-Nord melden, unter https://www.neobiota-nord.de/de/fundmeldung.
Freizeitfläche und Spielplatz am Schleusengraben: Die blau-grüne Achse nimmt Gestalt an
Anschließend wurden uns die Planungen für die neue Freizeitfläche am Schleusengraben vorgestellt. Die wichtige blau-grüne Achse des Schleusengrabens entwickelt sich weiter, gleich mehrere Bausteine kommen dabei zusammen, neben der Entwicklung des Stuhlrohrquartiers und des Quartiers Weidenbaums Ufer.
Nach langem Warten konnte die Brücke über den Schleusengraben endlich eingeweiht werden und verbindet nun die beiden Ufer. Direkt an der Schleusengrabenbrücke soll außerdem ein neuer Spielplatz mit einem Wasserspiel entstehen, begleitet von neuen Baumpflanzungen, die perspektivisch für Schatten und Aufenthaltsqualität sorgen werden. Nördlich der Querung der A25 ist zudem eine weitere, multifunktionale Freizeitfläche geplant, die naturnahe Flächen mit Sportangeboten verbindet.
Wir begrüßen diese Entwicklung entlang der Schleusengraben-Achse und werden die weiteren Schritte aufmerksam begleiten.
Integriertes Klimaschutzkonzept: Fahrplan für den Bezirk
Die Stabsstelle Klimaschutz hat den aktuellen Sachstand zum neuen Klimaschutzkonzept vorgestellt. Das Integrierte Klimaschutzkonzept (IKK) bündelt die Maßnahmen, mit denen der Bezirk Bergedorf Treibhausgase einsparen will, und dient dabei als Fahrplan für die kommenden Jahre. Es zeigt auf, in welchen Bereichen der Bezirk selbst ansetzen kann, etwa bei eigenen Liegenschaften, der Mobilität oder der Energieversorgung, und macht Klimaschutz so zu einer Aufgabe, die alle Fachbereiche der Verwaltung mitdenken.
Eine wichtige Neuerung ist, dass alle Handlungsfelder künftig an den Sektoren des Hamburgischen Klimaplans ausgerichtet sind. Neu ist außerdem, dass Monitoring und Controlling professioneller aufgestellt werden sollen. Zu jeder Maßnahme wird künftig eine eigene Klimawirkung als Messgröße für den Erfolg berichtet. Das vollständige Konzept soll noch Ende des Jahres vorgestellt werden.
Klimaanpassungskonzept: Wenn Vermeidung nicht mehr reicht
Zusätzlich wurde ein Zwischenstand zum sich in Bearbeitung befindlichen Klimaanpassungskonzept gegeben. Während beim IKK und beim Klimaschutz allgemein vor allem die Vermeidung von Treibhausgasen im Zentrum steht, geht es bei der Klimaanpassung um etwas anderes. Hier sollen Maßnahmen als Handlungsleitfaden und Planungshilfe vor Ort dienen, um mit den Folgen des Klimawandels, etwa Hitze oder Starkregen, umzugehen, basierend auf der hamburgweiten Klimaanpassungsstrategie.
Dabei geht es nicht nur um notwendige bauliche Veränderungen. Das Konzept sieht auch vor, mindestens 30 Prozent naturbasierte Lösungen einzusetzen, damit zentrale Nachhaltigkeitsaspekte mitberücksichtigt werden, die durch bauliche Veränderungen allein nicht zu erreichen sind.
Dazu wird es eine öffentliche Werkstatt geben, am 1. Oktober 2026 von 17:30 bis 20:00 Uhr im Rathaus Bergedorf. Alle sind herzlich eingeladen, sich mit einzubringen: https://forms.cloud.microsoft/pages/responsepage.aspx?id=ZcLO1N6HMUqjQhzjfh04l64MgSHwnldPuaStRsRWtuVUMkJUWk0zTEE4MTZJODdHMFZPRTlFSEQ4WS4u&route=shorturl
Weitere Informationen zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz vom 16.09.2026 findet ihr unter: https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/to010.asp?SILFDNR=1003308
Nils Potthast
Sprecher für Umwelt und Klimaschutz
