Neue BUKEA-Studie zum gefährdeten Stintbestand in der Tideelbe gibt den GRÜNEN Bergedorf Recht: Statt weiterer Vertiefungen und Baggerungen für einen Bootshafen am Holzhafen brauchen wir mehr Flachwasserzonen, mehr Auenlandschaft, mehr Rückzugsraum für die Tierwelt – und eine ökologische Weiterentwicklung des Naturschutzgebiets Holzhafen im Sinne des „Grünen Moorfleet“.
Die neue Stintstudie liefert die wissenschaftliche Bestätigung für das, was die Grünen Bergedorf politisch seit Langem fordern: Der Gewässerausbau der Tideelbe hat ein ökologisch vertretbares Maß überschritten. Der Stint – eine Schlüsselart im Nahrungsnetz der Elbe – stirbt massenhaft, weil ihm auf dem Weg vom Laich- zum Aufwuchsgebiet die schützenden Flachwasserzonen fehlen. Stattdessen driften die Eier in tiefe, strömungsberuhigte Hafenbecken und sterben dort durch Sedimentation – mit Sterblichkeitsraten von fast 100 Prozent.
Genau hier setzt ein Antrag der Grünen Bergedorf zur Billwerder Bucht an, der bereits am 18. April 2026 erfolgreich auf dem Landesparteitag eingebreacht wurde und somit eine aktuelle Beschlusslage der Hamburger Grünen ist. Das Naturschutzgebiet Holzhafen ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura-2000 und zentral für den Arten- und Biotopschutz im Hamburger Osten. Bereits im Rahmen der Stadtwerkstatt Moorfleet (2019–2021) wurde mit dem Leitbild „Grünes Moorfleet“ ein Entwicklungspfad skizziert, der Naturschutz und ökologische Vernetzung entlang der Tideelbe in den Mittelpunkt stellt. Gerade die südöstlichen Uferbereiche zeigen dabei Potenzial: Durch Sedimentation entstehen dort Flachwasserzonen und Röhrichtbereiche, die gezielt geschützt wertvolle Lebensräume werden können. Die Grünen Bergedorf fordern deshalb, eine Erweiterung des Naturschutzgebiets.
„Die Stintstudie ist ein erneuter Weckruf, den wir nicht überhören dürfen“, erklärt Jennifer Jasberg, Kreisvorsitzende der Grünen Bergedorf. „Wenn Jungfische in unseren Hafenbecken ersticken, weil ihnen schlicht der Lebensraum fehlt, ist das kein abstraktes Umweltproblem, sondern Ergebnis menschlichen Handelns. Wir haben die Wahl: wild weiter baggern, inimmer mehr Gebiete an der Elbe und seinen Armen eingreifen und das Artensterben beschleunigen – oder dem Fluss den Raum zurückgeben, den er braucht. Hamburg kennt erfolgreiche Renaturierungprojekte, wie das gar nicht weit entfernte Gebiet Kreetsand. Mit der Erfahrung dieses Vorbilds kann auch Bergedorf zeigen, wie ökologische Verantwortung und Stadtentwicklung zusammengehen.“
Die vollständige Fachstudie der BUKEA finden Sie unter: www.hamburg.de/fischerei
Antrag der Grünen Bergedorf zur Billwerder Bucht: www.gruene-bergedorf.de/partei/beschluesse/nachhaltige-und-transparente-entwicklung-der-billwerder-bucht/