Der Innovationspark Bergedorf braucht Straßennamen und die GRÜNE Fraktion bietet seit Jahren Vorschläge, um bestimmte Gruppen zu berücksichtigen. Selbst die Einigung auf die Gruppe der Zwangsarbeitenden, die in der ehemaligen AG Straßenbenennung 2025 erfolgte, scheint vergessen.
Die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen (SHGL) stellte, in Zusammenarbeit mit der AG Gedenken des Bergdorfer Rathausbündnisses gegen Rechts, dem Bezirksamt mehrfach eine ausgearbeitete Liste von Vorschlägen für Straßenbenennung im Bezirk vor. Die Liste priorisiert und ordnet die Empfehlungen nach Engagement für die Einrichtung und den Aufbau der Gedenkstättenarbeit, nach ehemaligen Häftlingen und Angehörigen sowie nach Weggefährt*innen, die sich international, vor Ort oder in Hamburg engagiert haben, wobei Frauennamen vorrangig berücksichtigt werden.
„Das sind Vorschläge, die institutionell und wissenschaftlich belegt sind“, erklärt Lenka Brodbeck, Vorsitzende der GRÜNEN Fraktion Bergedorf. „Ich bin erstaunt, dass diese bisher keine Unterstützung von anderen Parteien erfahren haben. Im Gegenteil: es gab Bestrebungen, ehemalige NSDAP-Mitglieder für eine Straßenbenennung heranzuziehen. Deshalb ist es wichtig, dass die Benennung der Straßen im Bezirk transparent gehalten wird“, Brodbeck weiter.
Im Oktober 2025 einigten sich die Abgeordneten auf eine neue Geschäftsordnung der Bezirksversammlung, sodass jede AG eine Begleitung durch den Ausschussdienst erhält. Dadurch sollen demokratische Strukturen und Transparenz gewährleistet werden. „Da SPD, CDU und FDP die konstituierende Sitzung der AG Straßenbenennung blockiert haben, stehen wir wieder am Anfang. Diese Verweigerungshaltung sendet deutliche Signale“, so Brodbeck.
Die GRÜNE Fraktion setzt sich weiter dafür ein, dass die Vorschläge der SHGL und der AG Gedenken berücksichtigt werden. Obwohl im KZ Neuengamme ausschließlich Männer inhaftiert waren, lassen sich herausragende weibliche Persönlichkeiten finden. Dr. Dagmar Lieblová, bis zu ihrem Tod eine unermüdliche Kämpferin gegen das Vergessen in Tschechien und Deutschland, engagierte sich mitunter dafür, dass das Hamburger Gefängnis in Neuengamme zur Gedenkstätte umgebaut wird.
Anlagen:
Informationen zu Dr. Dagmar Lieblová
https://www.lernwerkstatt-neuengamme.de/medien/pdf/Poppenbuettel_DagmarLieblova.pdf
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